
Das Haus der Bügelperlen
Wer Kinder hat, weiß es.
Eine Spielverabredung zu organisieren ist gar nicht so einfach.
Viele Kinder sind komplett ausgebucht.
Vor drei Wochen wurde von unserem Hof Sperrmüll abgeholt. Eine große Glasscheibe platzte im Container und die Scherben flogen weit auf die Straße. Bis ich mich angezogen und rausgegangen bin, war schon eine Nachbarin da. Als ich die Tür öffnete, sah ich sie mit Eimer und Besen, wie sie die Straße fegte. Ich bedankte mich sofort und half ihr. Die Scherben waren überall verteilt.
Sie hätte auch klingeln und mich warnen können. Stattdessen kam sie still und leise, machte die Straße allein sauber. Wenn ich nicht zu Hause gewesen wäre, hätte ich es nicht einmal bemerkt.
Ihr Verhalten ging mir nicht aus dem Kopf. Ich habe eine Blume gekauft und bei ihr geklingelt. Sie war überrascht, als sie mich vor ihrer Haustür sah.
„Ich möchte mich bei Ihnen bedanken“ sagte ich.
Sie lächelte und meinte:
„Das ist doch nicht nötig. Das ist selbstverständlich.“
Wir unterhielten uns kurz. Ihre Enkeltochter war bei ihr, deshalb konnte sie nicht lange an der Tür stehen. Trotzdem lud sie mich spontan ein. Da ich auf spontane Besuche eher verzichte, sagte ich, dass ich mich freue, wenn sie mich einmal besucht. „Okay, dann klingeln wir und machen einen Termin“ meinte sie und wir verabschiedeten uns.
Wir sind seit sieben Jahren Nachbarn und sehen uns kaum. Und trotzdem hat sie so gehandelt. Nicht, weil wir uns besonders nahestehen, sondern weil für sie diese Hilfe ganz selbstverständlich zur Nachbarschaft gehört. Wie sehr ich diese Haltung liebe. Gerade die ältere Generation lebt diese Werte noch. Und ich nehme mir das als Vorbild.
In meinem Leben bin ich siebzehn Mal umgezogen. Ich habe sehr viele Nachbarinnen und Nachbarn gehabt. Oft habe ich mich so verhalten, wie ich es von meinen Eltern, also von Gen Boomer gelernt habe. Genauso wie sie hatte ich fast nie Probleme mit meinen NachbarInnen. Nur eine Nachbarin, die gegenüber wohnte, hatte viele Vorurteile gegenüber türkischstämmigen Menschen und Frauen, die ein Kopftuch tragen. Sie ignorierte uns ein halbes Jahr lang und warf uns Vorwürfe an den Kopf. Mein Verhalten änderte sich ihr gegenüber nicht. Ich blieb freundlich und nett. Irgendwann öffnete auch sie ihr Herz und wir führten lange Gespräche im Treppenhaus. Nach drei Jahren zogen wir um und auch diese Nachbarschaft blieb in Erinnerungen.
Als wir klein waren, sagte meine Mutter zu uns:
„In schwierigen Zeiten eilt der Nachbar zuerst.“
Meine Mutter kam mit 19 Jahren nach Deutschland. Sie ist heute 65 Jahre alt und erzählt noch immer von ihrer Oma, ihrer Nachbarin, die sich um sie kümmerte. „Ich habe von ihr viel gelernt“ sagt meine Mutter und sie vergisst sie nie.
Genau wie meine Mutter es gesagt hat, habe ich viele schwierige Momente in meinem Leben erlebt. Bevor meine Eltern es erfahren haben, waren und sind immer noch meine Nachbarn und Nachbarinnen da.
Als ich mit zwei kleinen Kindern voller Stress und sehr vergesslich war, bekam ich von meinen lieben Nachbarn Nachrichten wie diese:
„Euer Autofenster ist offen.“
„Eure Autotür ist offen.“
„Der Wasserhahn läuft im Garten.“
„Die Haustür steht relativ offen und dein Auto steht nicht“
„Geht es dir gut?“
Diese und ähnliche Nachrichten bedeuten mir sehr viel. Ich fühle mich in meiner Nachbarschaft wie in einer Großfamilie, sicher und wertgeschätzt.
Wenn ich eine zweite Bank brauche, leihe ich sie mir von den NachbarInnen.
Wenn ein Nachbar, eine Nachbarin eine Bank benötigt, gebe ich unsere.
Die Nachbarkinder bekommen unsere Schlitten, ich bekomme Sahne, wenn ich plötzlich beim Kochen merke, dass sie für die Soße fehlt. Wenn wir im Urlaub sind, kümmert sich unsere Nachbarin schon seit Jahren um unsere Katze.
Und unsere Kinder spielen miteinander, vorallem im Sommer, auf der Straße und in den Gärten.
Manchmal backen wir gemeinsam.
Nachbarschaft ist ein Geschenk.
Ich wünsche, dass viele dieses Geschenk erleben dürfen.

Wer Kinder hat, weiß es.
Eine Spielverabredung zu organisieren ist gar nicht so einfach.
Viele Kinder sind komplett ausgebucht.

Ein Tag zwischen Ponys und Ziegen Heute haben wir die Ostern-Ramadan-Geschenke, die wir letztes Wochenende eingepackt haben, im Tierschutzverein abgegeben. Hier geht es zum Blogbeitrag “Der Osterhase kommt zum Fastenbrechen” Wir hatten auf ihrer Homepage Katzen, Kaninchen und Vögel gesehen und dementsprechend eingekauft. Später haben wir erfahren, dass sich der Tierschutzverein noch um Pferde und Ziegen kümmert. Frau F. vom Verein hat uns herzlich eingeladen, die Tiere auf der Weide zu besuchen. Besonders für die Kinder war es ein aufregender Tag. Meine Tochter hat zusammen mit zwei jüngeren Helfern die Ponys versorgt und durfte sogar auf einem der Ponys reiten. Wir haben uns nützlich gemacht, indem wir bei der Schafweide halfen und dort ein wenig aufgeräumt haben. Die Kinder hatten großen Spaß dabei, die Säcke mit Heu zu füllen und den Tieren etwas Gutes zu tun. Alles in allem war es fürs uns alle eine wertvolle und schöne Erfahrung. Die Zeit mit dem Tierschutz-Team hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich für den Tierschutz zu engagieren und wie bereichernd es sein kann, anderen Lebewesen zu helfen. Wir sind uns sicher, dass wir bald wieder kommen werden. Post Views: 840

LinkedIn Telegram WhatsApp Facebook Der Osterhase kommt zum Fastenbrechen Mein Sohn hat seine Freunde zum Fastenbrechen eingeladen. Wir haben Ostern und Ramadan gemeinsam gefeiert. Und das ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass wir im Ramadan oder an Ostern/Weihnachten zusammenkommen. Schon seit Jahren feiern wir die Feste zusammen. Hier geht es zu den Fotoalben. Unsere Kinder haben sich im Kindergarten kennengelernt, vor 7 Jahren, als sie noch 2 Jahre jung waren. Sie haben sich so gut verstanden, sodass wir uns fast jede Woche mit den Müttern getroffen haben. Vom Kindergarten bis zur Grundschule. Mittlerweile sehen wir uns seltener, geben aber unser Bestes, uns alle 2-3 Monate zu treffen. Gestern war es wieder soweit. Die Schulfreundin meines Sohnes war auch eingeladen. Ihre Mutter auch. Wie habe ich mich auf diesen Abend vorbereitet? Drei Wochen vorher habe ich mit den Vorbereitungen angefangen. Ich habe eine To-Do-Liste erstellt. Wann kommen wir zusammen?Was brauchen wir?Wann machen wir die Geschenke?Was kochen wir?Was backen wir?Wie dekorieren wir den Esstisch?Wie erkläre ich den Kindern das Fastenbrechen?Was machen wir nach dem Fastenbrechen mit den Kindern?Wer kauft das Tierfutter?etc. Geschenke: Ich wollte den Kindern meine Ramadangeschichte “Wir haben Ramadanpost“ schenken. Zu der Ramadanpost habe ich passende Geschenke ausgewählt. Die Geschenke habe ich in kleine Tüten, die ich bei Action gekauft habe, verpackt. Die Vorlagen habe ich schon vor Weihnachten bei Canva erstellt und unter Download gespeichert. Tischdeko Den Esstisch habe ich mit meinen Kindern festlich dekoriert. Die Anhänger sind hier. Das Menü: Da die Mütter faszinierend von der türkischen Küche sind, haben wir gestern türkisch gekocht. Für die Kinder hat mein Mann Burger Patties zubereitet. İçli Köfte Paçanga Böreği Auberginen-Tomaten-Aufstrich Knollensellerie-Salat mit Yoghurt Gegrillte Paprika Salat Mediterraner Käseaufstrich Oster-Cake-Pops für die Kinder Mit meiner Tochter haben wir für die kleinen Gäste Oster-Cake-Pops gemacht. Die ganze Familie im Einsatz Jedes Familienmitglied hat seinen Beitrag geleistet, um diesen besonderen Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen. Die Gäste sind da. Das Fastenbrechen beginnt. Zu Beginn erklärte ich den Kindern, wie man das Fasten im Ramadan bricht. Die Kinder waren bereits mit dem Gebetsruf vertraut, den sie schon durch “Checker Tobi“ kennengelernt hatten. Es war schön zu sehen, wie Kinder offen und interessiert waren und wie sie sich mit den Themen auseinandersetzten. “Warum betet man mit einem Gebetsteppich?” Mein Sohn wollte seinen Freunden zeigen, wie wir zu Hause beten. Die Kinder waren neugierig und fragten, warum man einen Gebetsteppich verwendet. Dann erklärte sein Freund, wie er betet. Ostern-Ramadan-Geschenke für das Tierheim Nach dem gemeinsamen Essen haben wir eine besondere Aktivität für die Kinder organisiert. Die Kinder haben für das Tierheim Ostern-Ramadan-Geschenke verpackt. Die Kinder tauschten sich aus, halfen einander und waren mit vollen Einsatz dabei, die Geschenke liebevoll zu verpacken. Es war eine wunderbare Gelegenheit, gemeinsam etwas Gutes zu tun und die Kinder für soziales Engagement und Mitgefühl zu sensibilisieren. Das Highlight des Abends: Die Baklava Da unsere Gäste echte Baklava-Liebhaber sind, habe ich mich nach Jahren wieder an die Zubereitung gewagt. Für den Sirup habe ich 200 ml Wasser, 200 gr Zucker, 50 g Honig und Zitronensaft verwendet. Die Atmosphäre war so schön.. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr und hoffen, dass unsere Erlebnisse andere dazu anregen, interreligiöse Begegnungen zu erleben und die bunte Vielfalt unserer Welt zu genießen. Wir wünschen euch frohe Ostern und gesegneten Ramadan! Post Views: 3.047
Danke, liebe Fadim, für deine motivierenden Worte 🥰 Ich will schon lange mein zweites Kinderbuch veröffentlichen aber mir fehlt im…
So schöne berührende Erinnerungen Betül abla 🥹 Ich wünsche mir dass wir auch einen schönen Platz in den jungen Köpfen…
Değer vermek ve dahi görmek, ait hissetmek, kendi olarak kalmak ve kendi olabilmek.. Bizi oraya bağlayan, yuva sıcaklığını hissettiren şeyler..…
wie schön, dass du das auch so siehst, das bedeutet mir viel
Wie wunderbar und wie wichtig dieser Beitrag 🤍

3 thoughts on “Wenn Hilfe selbstverständlich ist..”
Wie wunderbar und wie wichtig dieser Beitrag 🤍
wie schön, dass du das auch so siehst, das bedeutet mir viel
Değer vermek ve dahi görmek, ait hissetmek, kendi olarak kalmak ve kendi olabilmek.. Bizi oraya bağlayan, yuva sıcaklığını hissettiren şeyler.. Aile sadece bir ev değil belki de mahalledir 🙂